Gesundheitsprogramm Cordiva

Was ist Cordiva?

Cordiva ist ein Gesundheitsprogramm für Patienten mit chronischer systolischer Myokardinsuffizienz. Bei Cordiva arbeiten Hausarzt, Facharzt, Krankenhaus und Patientenhilfe eng zusammen. Die enge Führung durch den behandelnden Arzt wird ergänzt durch Telemedizin. Ziel ist es,

  • durch telemedizinische Erfassung des Gewichtes eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu erkennen bevor ein akuter Notfall daraus wird. Wenn definierte Grenzwerte unter- bzw. überschritten werden, wird sofort ein Alarm ausgelöst und es können umgehend therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden können;
  • durch individuelle regelmäßige Schulungsmaßnahmen einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorzubeugen. Der selbstverantwortliche Umgang des Patienten mit sich und seiner Erkrankung soll gefördert werden. Ziel ist es, den Patienten zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung zu motivieren.
  • den Austausch wichtiger Daten zwischen allen Beteiligten (Hausarzt, Facharzt und Krankenhaus) zu erleichtern

Was ist Telemedizin?

Telemedizin ermöglicht durch die engmaschige und lückenlose Erfassung von Gesundheitsdaten eine optimierte Therapieführung. Im Rahmen des Programmes erfolgt die automatische Übermittlung von Gewichtswerten an das Cordiva-Zentrum. Wenn definierte Grenzwerte unter- bzw. überschritten werden, wird sofort ein Alarm ausgelöst, so dass umgehend therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden können.

Zudem erhält der Patient einen persönlichen Cordiva-Betreuer, der ihn regelmäßig anruft und ihm regelmäßig Informationsmaterial zusendet. Inhalt der Gespräche ist

  • eine auf die individuellen Lebensverhältnisse abgestellte Schulung zum Umgang mit der Erkrankung (Selbsterkennung von Symptomen, Verständnis der Erkrankung, regelmäßige Arztbesuche, Medikamente, Ernährung, Bewegung, etc.); 
  • die regelmäßige Dokumentation wichtiger Gesundheitswerte. Diese Dokumentation ermöglicht eine möglichst frühzeitige Erkennung von Veränderungen im Gesundheitszustand des Patienten;

Alle Daten werden in einer elektronischen Gesundheitsakte zusammengeführt und den Beteiligten (Patient und Arzt) regelmäßig in übersichtlicher Form zugesandt.

Cordiva unterstützt auf einfache Weise die Arbeit der behandelnden Ärzte in Hausarzt-, und Facharztpraxis sowie in der Klinik.

Ist Cordiva das Gleiche wie DMP KHK?

Nein. Cordiva ist ein telemedizinisches und integriertes Gesundheitsprogramm. Cordiva verfolgt drei Ziele: Reduktion der Sterblichkeit, Steigerung der Lebensqualität und Reduktion der Krankenhausaufenthalte von Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz.

Cordiva und DMP KHK können sich sinnvoll ergänzen: Klinisch ist die Herzinsuffizienz ein Syndrom einer gemeinsamen Endstrecke vielfältiger kardialer Erkrankungen. Häufig besteht bei herzinsuffizienten Patienten eine koronare Herzkrankheit.

Kann mein Patient an mehreren Programmen gleichzeitig teilnehmen?

Ja. Die Kombination von Cordiva mit anderen Programmen (z.B. DMP, Arztnetz, Hausarztvertrag) ist möglich.

Was muss ich als Arzt zun, um meine Patienten mit Cordiva versorgen zu können?

Sie brauchen nur eine Teilnahmeerklärung für Ihre Praxis auszufüllen und Ihren Patienten anzumelden.

Warum ein Gesundheitsprogramm für Patienten mit Herzschwäche?

Die chronische Herzinsuffizienz mit ihrer altersabhängigen Prävalenz und Inzidenz ist eine der häufigsten internistischen Erkrankungen. Sie ist die Hauptursache für Krankenhausaufenthalte von älteren Menschen und verantwortlich für etwa 2% aller Krankenhausausgaben (deutschlandweit ca. 1,2 Mrd. EUR pro Jahr). Bei Herzinsuffizienz liegt die Sterblichkeit höher als bei den meisten Krebserkrankungen. Die Prognose ist beeinflussbar durch therapeutische Maßnahmen, für die es klare evidenzbasierte Leitlinien gibt.

Mehrere kontrollierte Studien haben gezeigt, dass Schulungs- und Monitoringprogramme wie Cordiva die stets wiederkehrende Verschlechterung des Gesundheitszustandes bei diesen Menschen aufhalten kann. Konkret können Gesundheitsprogramme bei Herzinsuffizienz:

  • Die Lebensqualität erhöhen
  • Die Sterblichkeit senken
  • Komplikatonsrate und damit die Anzahl der Krankenhausaufnthalte senken

Seit dem Jahr 2006 hat die „Amerikanische Gesellschaft für Herzinsuffizienz“ (HFSA) in Ihren Leitlinen strukturierte Gesundheitsprogramme für Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz auf den höchsten Evidenzgrad IA gehoben. Das heißt, es gibt breiten wissenschaftlichen Konsens, dass diese Methode ein unverzichtbarer Bestandteil der Behandlung sein soll.

Kann ein spezialisiertes Gesundheitsprogramm wie Cordiva auch multimorbiden, älteren Patienten helfen?

Klinisch ist die Herzinsuffizienz ein Syndrom einer gemeinsamen Endstrecke vielfältiger kardialer Erkrankungen. Hypertonie und Myokardinfarkt machen drei Viertel des populationsbezogenen Herzinsuffizienzrisikos aus.

Für diese chronisch herzinsuffizienten Patienten ist die Wirksamkeit von strukturierten ambulanten Betreuungsprogrammen durch mehrere kontrollierte klinische Studien belegt (gerne senden wir Ihnen hierzu weiterführende Literatur zu). Bei Cordiva handelt es sich um ein strukturiertes ambulantes Betreuungsprogramm, das unter der Leitung von Prof. Dr. med. F.-X. Kleber (Sprecher des Clusters "Klinische Herzinsuffizienz" der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie) entwickelt wurde.

Welche Rolle spielt das Cordiva-Betreuungszentrum?

Das Cordiva-Betreuungszentrum unterstützt den Patienten und den behandelnden Arzt gleichermaßen. Der teilnehmende Patient bekommt seinen persönlichen Betreuer im Cordiva-Betreuungszentrum („Telefonschwester“). Dieser speziell geschulte Mitarbeiter betreut und schult den Patienten am Telefon. Er informiert den Patienten über wichtige Aspekte seiner Erkrankung und hilft ihm, wichtige Gesundheitswerte (z.B. Körpergewicht) zu überwachen. Das Cordiva-Betreuungszentrum unterstützt die beteiligten Ärzte bei der gemeinsamen Dokumentation.

Das Cordiva-Betreuungszentrum entlastet somit den behandelnden Arzt und stärkt gleichzeitig durch eine höhere Patientenzufriedenheit die Bindung des Patienten an die Praxis. Die medizinische Verantwortung verbleibt in vollem Umfang beim behandelnden Arzt.

Gesundheitsdaten / Datenschutz

Was ist die elektronische Gesundheitsakte?

Als besonderen Service legt Patientenhilfe für die teilnehmenden Patienten eine elektronische Gesundheitsakte an, die eine gemeinsame medizinische Dokumentation ermöglicht. Der Patient gewährt den an seiner Behandlung beteiligten Leistungserbringern den Zugriff auf seine Gesundheitsakte. Alle beteiligten Leistungserbringer haben so sektorübergreifend Zugriff auf die relevanten Informationen.

Warum muss ich als Arzt die Gesundheitsdaten meiner Patienten an Patientenhilfe übermitteln?

Die Integrierte Versorgung erfordert eine gemeinsame Dokumentation durch die beteiligten Leistungserbringer. Im Falle von Cordiva können Hausarzt, Kardiologe und Krankenhaus jederzeit auf wichtige Daten (z.B. Gewichtsverlauf, Medikation) zugreifen und ihre jeweiligen Maßnahmen zeitnah aufeinander abstimmen.

Wie ist es um Datenschutz und Datensicherheit bestellt?

Die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde hat das Datenschutzkonzept für das Gesundheitsprogramm Cordiva eingehend geprüft und bestätigt. Die Datensicherheit der Gesellschaft für Patientenhilfe wird vom TÜV überwacht.